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   Letzte Änderung:
   20.04.17

Bauverein Winzerberg e.V.

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Kurze Baugeschichte



Historische Ansicht 1862

Als Maßnahme der Erweiterung der malerischen Schlossanlage Friedrich des II. sollte ab 1763 auf dem Grundstück unter dem Mühlenberg, auf dem sich bis zu dieser Zeit eine Lehmbaugrube befand, eine weitere Terrasse entstehen. Der damalige Architekt Johann Gottfried Büring berechnete auf Grund der Bodenverhältnisse eine Fundamenttiefe von 28 Metern und Kosten von 29 000 Talern, was zur Folge hatte, dass er in Ungnade fiel. Sein Nachfolger Christian Ludwig Lucas Hildebrandt konnte, nachdem während der Arbeiten bereits die 2. fertiggestellte Hangmauer einstürzte, seine nun auf 36 000 Taler gestiegenen Kosten durchsetzen.


Heinrich Ludwig Manger beschrieb in seiner "Baugeschichte von Potsdam" von 1789 den Winzerberg im Bauzustand als sehr aufwändige, jedoch materialsparende Konstruktion. Was bedeutet, dass unterhalb der Stützmauern massive Pfeiler gesetzt wurden, zwischen denen sich ein Bogen spannte, der, um den Erddruck vom Gemäuer zu nehmen, mit Erde unterfüllt wurde.

Nach Fertigstellung 1764 pflanzte man an den ca. 300 m langen Mauern verschiedene Obstsorten. Eine vorgesetzte Glasfassade schützte den Wuchs.

Einige Sanierungsmaßnahmen wurden bereits 1790 - 1794 vorgenommen, unter anderem die Reparatur des Daches und das Einsetzen von steinernen Schwellen.

Der architekturbegeisterte König Friedrich Wilhelm IV. hatte die Idee (was aus Handskizzen der 30er Jahre des 19. Jh. hervorgeht), auf der Kuppe des Berges ein Friedrichsmonument in Tempelform zu errichten. In der Überarbeitung von Karl Friedrich Schinkel 1838 folgte die Planung der "Via Triumphalis" - der Höhenstraße. Letztlich verwirklicht wurde das Triumphtor (erbaut 1850-1851 nach Plänen Friedrich August Stülers) als architektonische Aufwertung des Winzerberges mit Winzerhaus.





Gesamtplan Triumphstraße und Detail Winzerberg
Farbiger Plan von Carl Hesse, 1854


Bei der nächsten Modernisierung 1848 durch den Gartendirektor Peter Joseph Lenné erfolgte die Verblendung der untersten Terrassenwand durch ein Sichtmauerwerk und einen Treppenaufgang, der mit dem monumentalen Haupt des Bacchus (dem Gott der Fruchtbarkeit und des Weines) geschmückt ist. In den Skulpturennischen befanden sich Zinkabgüsse nach antiken Statuen. An den oberen Hangmauern wurden Brüstungen und Pergolapfeiler angelegt, die Fronten der Mauern erhielten moderne Verglasung, das Mauerwerk wurde mit Mauerziegeln voll ausgefugt vermauert und nicht verputzt.






Winzerhaus Südansicht und Grundriss Zeichnung von Ludwig Ferdinand Hesse, 1854

Schematische Darstellung der Bunkerplanung

Bunkeranlage (1944), Augustastollen im Bauzustand (v.l.n.r.)


Ludwig Ferdinand Hesse führte 1849 den geplanten Entwurf des Winzerhauses aus.

Die nächsten nachweisbaren konstruktiven Eingriffe erfolgten 1944 auf Befehl des Bauministers Speer. Geplant war eine Luftschutzanlage, die durch Unterbesetzung während des Krieges nie komplett fertiggestellt wurde.


Nach Kriegsende 1945 wurde der Stollen im Winzerberg mit Trümmern des Luisenplatzes und Umgebung zugeschüttet und verdichtet.


In der Zeit des "Kalten Krieges" verfiel der Winzerberg durch Einflüsse von Witterung und immer stärker werdenden Wurzeln des Wildwuchses.


Um weitere Beschädigungen zu vermeiden, kappte man in den 80er Jahren die Bewässerungsleitungen, die noch immer Wasser vom Ruinenberg speisten.


1996 führte das Amt für Zivil- und Katastrophenschutz Erkundungen der Stollen durch. Um die ursprüngliche Gesamtstabilität zu erhalten, wurden Hohlstellen mit ca. 500 Tonnen Hochofen - Flugasche - Zementgemisch gefüllt.


In den vergangenen Jahren wurden die östliche Umschließungsmauer des als Fünfeck ummauerten Areals des Winzerberges und das Triumphtor vollständig restauriert.